Das Neue Testament - mit jüdischer Brille lesen

Studientag mit Vorträgen und Gesprächen

Immer mehr setzt sich die Überzeugung durch, dass die Entstehung des rabbinischen Judentums und des Christentums ein Jahrhunderte langer Prozess darstellt. Dabei sind die Trennlinien oft nicht so klar, wie dies aus heutiger Perspektive erscheint. Die meisten Texte des Neuen Testaments sind auf jeden Fall im Rahmen des jüdischen Glaubenshorizonts entstanden. Sie spiegeln einerseits die Auseinandersetzung um die jüdische Erneuerungsbewegung wieder, die Jesus von Nazareth initiierte. Andrerseits stellen sie Dokumente der jüdisch-messianischen Bewegung dar, die sich nach der Auferweckung Jesu rasch an die Gottesfürchtigen aus den Heidenvölkern wandte und sich unter ihnen ausbreitete. Aus der Perspektive der Kreuzigungs- und Auferstehungserfahrung wurde dann auch die Tempelzerstörung in Jerusalem 70 d.Z. verarbeitet und gedeutet. So durchdringt nicht nur die Passion Jesu, sondern auch diese "zweite Gottesverlust-Erfahrung" das ganze Neue Testament.
An diesem Studientag werden ausgewählte Passagen aus dem Neuen Testament als "jüdische Schriften" gelesen, die darum ringen, wie Gott in der Geschichte seines Volkes und aller Völker gegenwärtig ist. Eine antijudaistische Lektüre des Neuen Testaments ist in dieser Perspektive nicht mehr möglich. Vielmehr eröffnet sich ein vertieftes theologisches Verständnis. Kurzvorträge, gemeinsame Lektüre und Gespräche.

Möglichkeit zum MIttagessen in einer nahen Gaststätte.
Termin: Samstag, 18.05.2019 von 10.00-17.30 Uhr
Veranstaltungsort: Katholische Hochschulgemeinde, Leopoldstr. 11, 80802 Sonstige Mitglieder
Kursgebühr (excl. Mittagessen) 25,00 €
Ref.: Pater Christian M. Rutishauser SJ
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