Unsere nächsten Termine

 

Münchner Erzählcafe

 

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20 Jahre Münchner Erzählcafe - Der Film

Senioren/-innen

Nie war die Vielfalt der Lebenssituationen von Menschen in der nachberuflichen Zeit größer als heute – und damit auch die Wünsche nach Bildung und Weiterlernen. Das Münchner Bildungswerk bietet dazu ein großes Spektrum an unterschiedlichen Veranstaltungen. Die thematische Vielfalt orientiert sich an den Interessen und Bedarfen von Seniorinnen und Senioren und ist deshalb „bunt wie das Leben“.

 

20. Oktober 2018, 15.00 Uhr

Ursula Buchfellner
Lange war ich unsichtbar - "Wie Versöhnung mein Leben rettete"

„Vergeben heißt, sich selbst zu lieben“, davon ist Ursula Buchfellner, geb. 1961, überzeugt. Aufgewachsen als eines von zehn Geschwistern in einer Wohnsiedlung im Münchner Hasenbergl, mit der täglichen Erfahrung von Armut, Hunger und Gewalt, lernt sie schon früh ein Geheimnis: Wer sich „unsichtbar“ macht, überlebt. Durchaus sichtbar ist Ursula Buchfellner im Alter von 16 Jahren in einem Münchner Biergarten jedoch für einen Redakteur des Playboy. Sie ergreift die Chance, ihrem Elend zu entfliehen und wird 1979 die erste Deutsche auf dem Cover des bekannten US-Magazins. Als der große Erfolg im Theater und Fernsehen ausbleibt, zieht sie sich aus der Szene zurück. Ihre materielle Existenz ist gesichert, doch die Verletzungen der Kindheit wirken nach. In einer schweren Lebenskrise begreift Ursula Buchfellner, dass sie diesen Konflikt lösen, dass sie ihren Eltern gegenübertreten und sich mit ihnen versöhnen muss. Durch diese Aussöhnung findet sie Heilung von innen und kann ein neues Leben beginnen.

17. November 2018, 15.00 Uhr

Carmen del Campo
Meine chaotische Nichtfamilie - "Wie ich auf der Suche nach meinen Wurzeln die Welt entdeckte"

Carmen del Campo, geb. 1946, war gut in Geografie. Das Leben ihrer Mutter verfolgte sie anhand von bunten Postkarten aus der ganzen Welt, während sie in einem hessischen Dorf bei den Großeltern aufwuchs. Nach der Schule ging sie als Au-pair nach Irland, machte eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und studierte Psychologie. Carmen del Campo nutzte alle Chancen für Auslandspraktika. In Kalifornien half sie Psychiatriepatienten auf dem Weg in ein selbstständiges Leben, in Australien studierte sie Verhaltenstherapie, zog anschließend durch die Südsee und verliebte sich in die Kulturvielfalt Südostasiens. Sie verlagerte ihren Lebensmittelpunkt für 18 Jahre nach Singapur und war weltweit als Reiseleiterin unterwegs. Ihren Vater fand sie nach langer Suche in Spanien, die Aussöhnung mit der Mutter in der Karibik blieb ihr verwehrt.

08. Dezember 2018, 15.00 Uhr

Hanne Kircher
Kunst als Weg "Wie mich die künstlerische Aufarbeitung meiner Familiengeschichte stärkte"

Hanne Kircher war bereits über vierzig, als sie erfuhr, dass ihr Vater während der Zeit des Nationalsozialismus bei der SA war. Sie wuchs behütet in der Nähe von Stuttgart auf, immer mit der Sehnsucht nach der Ferne. Bereits 1966 reiste sie für dreieinhalb Jahre in die USA und 1972 für fünf Jahre nach Paris. Zurück in Deutschland arbeitete sie in München und absolvierte eine künstlerische und kunsttherapeutische Ausbildung. Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau konfrontierte sie mit Fragen nach der eigenen Scham, der NS-Verstrickung in der Familie und deren Schweigen. Daraus entstand ein künstlerisches Dokument, dem weitere künstlerisch begleitete Projekte folgten, z.B. der interkulturelle Dialog mit marokkanischen Künstler/-innen oder das britisch-deutsche Projekt zu den Spuren des Ersten Weltkriegs in den Familien.

19. Januar 2019, 15.00 Uhr

Ursula Gantenberg
„Die Schule für Kranke“ als Brücke zur Normalität - Die Sonderschulrektorin entwickelte eine neue Schulform

In einer Arztfamilie nach dem Krieg aufgewachsen, erlebte Ursula Gantenberg das Leid der Flüchtlingskinder sowie die Polioerkrankung von Schulfreunden. Sie hatte schon früh den Wunsch, kranken Kindern auf ihrem Lebensweg pädagogisch zu helfen. Doch es war ein steiniger Weg, das Recht auf Bildung und Unterricht auch für kranke Kinder durchzusetzen. Nach der Ausbildung unterrichtete Ursula Gantenberg in Berlin sozial benachteiligte Schüler. Anschließend bereitete sie die Einschulung der körperbehinderten „Contergankinder“ in Bayern vor. 1969 wurde sie mit der Gründung der Schule der Pfennigparade für schwerst körperbehinderte und Contergankinder beauftragt. Endlich konnte sie ab 1980 ihre „Schule für Kranke“ aufbauen und damit eine neue Schulform schaffen. 2005 erhielt sie den Staatspreis für Pädagogik und die Medaille "München leuchtet".